„Zsigmondycouloir“, Zsigmondykopf Nordwestseite, Sextener Dolomiten
Erstbegehung des "„Zsigmondycouloir“ © Hannes Pfeifhofer und Hannes Egarter

Hannes Pfeifhofer, Bergführer aus Sexten entdeckte im Herbst während der Überprüfung des Alpinisteiges, dass sich im Colouirs an der Nordwestseite des Zsigmondykopfes Eis gebildet hatte. So gelang ihm gemeinsam mit Hannes Egarter die erste Begehung dieser Linie.

Als ich im vergangenem Herbst die Klettersteige unserer Gegend kontrollieren musste, war ich unter anderem am Alpinisteig unterwegs. Ich wusste , dass dort an einer gewissen Stelle immer Wasser fließt. Diesen Ort beobachtete ich genauer und sah, dass sich dort – an mehreren Stellen Eiszapfen gebildet hatten. Schon damals vermutete ich, dass es im Winter möglich sein muss, dort eine Eislinie zu finden.
Im Jänner des heurigen Jahres waren die Verhältnisse gut, und ohne zu wissen, ob es dort wirklich Eis gibt, startete ich mit den Tourenskieren dort hin. 800 Höhenmeter muss man bis zum Einstieg aufsteigen, da man vorher das Couloir nicht sehen kann. Dort angekommen sah ich genügend Eis, um einen Versuch zu wagen. Mit meinem Seilpartner, Hannes Egarter, ebenfalls Bergführer aus Sexten, bin ich am nächsten Morgen gestartet. Bereits gegen Mittag standen wir nach circa 600 Klettermetern im Schnee und Eis auf der Mitria, dem Vorgipfel des Zsigmondykopfes.
Das Klettern im Couloir ging wesentlich besser voran als erwartet. Lediglich eine anspruchsvollere Länge, mit wenig Eis, forderte einige Zeit. An den Standplätzen haben wir immer einen Bohrhaken platziert. Beim Abseilen haben wir die Schlüsselstelle mit einigen Normalhaken entschärft. Die Route ist jetzt widerholungsfreundlich eingerichtet.
Erstbegehung des "„Zsigmondycouloir“ © Hannes Pfeifhofer und Hannes Egarter

Routeninformationen

Zustieg:
Von der Fischleinbodenhütte zur Talschlusshütte und über das Bacherntal weiter zum Hochleist. Links daran vorbei und in das Außere Loch bis zum Elferturm. Dort ist der Einstieg gut sichtbar. 800 Hm, ca. 2 Stunden

Einstieg:

2350m, die Erste Seillänge kann von der Schneehöhe am Boden variieren, da dort oft große Lawinen viel Schnee bringen und dadurch der Einstieg nicht immer an der selben Höhe ist. Oder über den Alpinisteig (Felsband) zum ersten Stand queren.
Dauer:
Ca. 3 Stunden
Schwierigkeit:

Alpine Route, WI4+, M5, 45°

Länge:

600 Meter

Seillängen:

9 Seillängen

Ausrüstung:

2×60 m  Seil, komplette Eisausrüstung (auch kurze Eisschrauben), mittlere Friends, Hakensortiment (welches auch beim Abseilen nützlich sein kann, wenn die Standplätze vom Schnee verdeckt sein sollten).

Beschreibung:

Die Standplätze sind alle mit einem Bohrhaken eingerichtet. Am Einstieg und in der Schlüsselstelle sind Normalhaken geschlagen, den Rest kann man mit Friends und Eisschrauben gut absichern. Auch das Klettern mit leichten Skitourenschuhen ist möglich.

Abstieg:

Die obersten 150 Meter wieder abklettern und dann über die Route abseilen.

Erstbegeher:

Hannes Pfeifhofer und Hannes Egarter am 15.01.2020