Die Moarerbergalm im Lazzacher Tal (Ridnaun) © Judith Egger
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von einem Tal über einen hohen Übergang in ein anderes Tal zu wechseln, ist schon etwas Besonderes. Dank unserer guten Verkehrsverbindungen ist dieses Vorhaben beispielsweise zwischen dem Passeiertal und Ridnaun gut umsetzbar.
Von Toni Niedrist Meraner, AVS-Wanderführerin Sektion St. Pauls
Mit den Zug ging es von Sigmundskon nach Meran, mit dem Bus (Linie 240) ins Passeiertal nach Moos, dann mit der österreichischen Buslinie „der Ötztaler“ (saisonale Linie 335 Obergurgl-Timmelsjoch-Moos) Richtung Timmelsjoch wo wir bei der Haltestelle Schneebergkehre den sehr vollen Bus verließen.
Es folgte ein angenehmer Aufstieg auf dem alten Knappensteig, vorbei an manchen Relikten des ehemaligen Bergwerks. Im ehemaligen Knappendorf St. Martin, das erst in den 1960er Jahren aufgegeben wurde, befindet sich die bewirtschaftete Schneeberghütte, wo wir eine Rast einlegten. Leider konnten wir nicht lange in der dortigen Gaststube verweilen, denn es wartete noch der Aufstieg zur Schneebergscharte auf ca. 2.700 m Meereshöhe. Dort oben tat sich dann eine neue Welt auf: Unser Blick reichte auf die breite Talfurche von Ridnaun, über das Weiß der Tribulaune im Norden, die noch etwas vergletscherten Zillertaler Alpen im Nordosten und nach Süden, wo sich Bergkette um Bergkette im Dunst der flirrenden Hitze der Mitsommertage aneinanderreihte.
Der Abstieg zur Moarerbergalm und weiter durchs Lazzacher Tal bis zum Talschluss von Maiern ist zwar lang, aber er bietet gute Gelegenheit diese vom Erzabbau geformte Landschaft in sich aufzunehmen. Man könnte diese Strecke mit einem Taxidienst um ca. 1 1/1 Stunde abkürzen (Anmeldung über Bergbaumuseum Ridnaun). Beim Warten auf den Bus, der uns vom Ridnauner Talschluss zum Zugbahnhof Sterzing bringen sollte, hat uns der Blick auf das zu Tal tosende Gletscherwasser des Übeltalferners sehr nachdenklich gestimmt. Der Hitzesommer 2026 hat unseren Gletschern arg zugesetzt.
Anforderung: ca. 6 Stunden Gehzeit bei ca. 1.000 Höhenmetern im Aufstieg sowie 1.300 Höhenmeter im Abstieg (ohne Taxidienst). Die Steige sind gut begehbar, führen aber bei der Schneebergscharte in hochalpines Gelände.









