Mit viel Fleiß wurde die aufgelassene Bergwiese wieder gemäht und das Heu eingebracht © AVS Antholzertal
Ortsstellenleiter Hugo Messner hatte die Idee, einen Teil des Kassefeldes auf über 2.000 m Höhe nach vier Jahrzehnten wieder zu mähen.
Ein Bericht über eine erfolgreiche Mitmachaktion.
Mit tatkräftiger Unterstützung des Alpenvereins Antholzertal wurde die Idee im Teilstück des Besitzers Thomas Pallhuber nun in die Tat umgesetzt. Die extrem steile Wiese – teilweise über 30 Grad geneigt – zeichnete sich in diesem Jahr durch einen besonders ertragreichen Bewuchs aus.
Im heurigen Jahr wurden auf diesen hochgelegenen Wiesen keine Schafe mehr aufgetrieben, da die Präsenz eines Wolfsrudels im Gebiet die Beweidung stark erschwert. Ohne die natürliche Beweidung wächst das Gras von Jahr zu Jahr höher. Verbleibt dieses lange, ungepflegte Gras über den Winter am Steilhang, bildet es eine glatte Unterlage unter der Schneedecke. Dies erhöht das Risiko von Schneeabrutschungen. Die Wiederaufnahme der Mahd leistet somit auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren.
Früher standen auf solchen steilen Bergwiesen noch die traditionellen Heuschupfen. Das Heu wurde im Sommer direkt vor Ort in den Scheunen eingelagert und erst im Winter – wenn Schnee lag – mit Heuschlitten mühsam ins Tal gefahren. Da diese Schupfen heute nicht mehr existieren und ein händischer Abtransport im Sommer über das steile Gelände schlicht unmöglich ist, gibt es in der heutigen Zeit keine andere praktikable Lösung als den Hubschraubertransport bis zur Forststraße.
Die Logistik erforderte vollen Körpereinsatz: Am 8. August wurde mit dem Traktor eine speziell für Steillagen geeignete Mähmaschine über den Forstweg bis auf ca. 1.800 m Meereshöhe transportiert. Von dort aus ging es aus eigener Kraft zu Fuß und mit dem Gerät steil bergauf. Neben der Maschine kamen auch 2 Männer mit der Sense zum Einsatz, um Teile der steilen Wiese in traditioneller Handarbeit zu mähen. Die Bedingungen waren anspruchsvoll: Die jahrelang unbewirtschaftete Wiese wies dichte, hohe Grasbüschel auf, die erst durch regelmäßige Mahd über die Jahre hinweg flacher und feiner werden. Insgesamt konnte eine Fläche von ca. 0,7 Hektar erfolgreich gemäht werden.
Am 12. August folgte das Finale: Zehn motivierte Helferinnen und Helfer stiegen gemeinsam auf, um das Heu zusammenzubringen. Die Bergung des Ernteguts erfolgte per Luftfracht: Ein Hubschrauber hatte bereits am Vortag spezielle Transportnetze auf der Wiese abgeworfen. Das Heu wurde fachgerecht auf den Netzen aufgestockt und festgezogen, um ein Abrutschen im Steilhang zu verhindern. Der Helikopter flog am Nachmittag insgesamt 7 voll beladene Netze hinunter zum Ende der Forststraße, wo das Heu direkt auf den Transporter des Bauern verladen wurde. Er konnte 2 vollbeladene Heufuder ins Tal bringen. Zum Abschluss gab es bei der Bergeralm eine zünftige Marende.
Nach insgesamt 3 intensiven Arbeitstagen zieht der Alpenverein Antholzertal ein durchwegs positives Fazit. Die Aktion stieß bei den Helfern auf große Begeisterung. Das Projekt soll in den kommenden Jahren fortgeführt und Schritt für Schritt auf weitere Teile der noch wesentlich größeren Wiese ausgeweitet werden. Mit der regelmäßigen Pflege wird sich auch die Qualität des Grases von Jahr zu Jahr weiter verbessern.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen fleißigen Helferinnen und Helfer, die mit ihrem Einsatz, ihrer Muskelkraft und Begeisterung dieses Traditionsprojekt überhaupt erst möglich gemacht haben.
Hugo Messner, AVS-Ortsstelle Antholzertal










