Eine erfolgreiche Öffi Tour will gut geplant sein © Hannah Seiwald
Es geht auch ohne Auto: Für den AVS-Klimawettbewerb schickten AVS-Mitglieder ihre schönsten Touren ohne Anreise mit privatem PKW ein. Bei der AVS-Hauptversammlung am 09. Mai wurden zwei der eingereichten Touren gezogen. Die Gewinnerinnen dürfen sich über eine Übernachtung für zwei Personen auf einer AVS-Schutzhütte freuen.
Verkehr ist in Südtirol für die meisten CO2-Emmissionen verantwortlich. Darüber hinaus stellt Individualverkehr eine Belastung für Mitmenschen und Umwelt dar. Der Alpenverein Südtirol kann hier einen Beitrag leisten und bei seinen eigenen Touren vermehrt auf die Verwendung von Privatautos oder -bussen verzichten. Viele AVS-Mitglieder machen ihre Touren schon ohne Auto, reisen zum Startpunkt mit Öffis oder mit dem Rad an oder starten direkt von ihrer Haustür weg (siehe #MeinHausberg).
Am Berg aktiv sein und einen Beitrag für nachhaltige Mobilität leisten? Das soll belohnt werden: Für den AVS-Klimawettbewerb 2026 konnten AVS-Mitglieder ihre schönste Tour mit nachhaltiger Anreise einreichen. Unter den eingereichten Touren wurde bei der AVS-Hauptversammlung zwei Mal eine Hüttenübernachtung für zwei Personen verlost.
Die Kriterien waren einfach: Jedes Mitglied konnte seine schönste Tour einreichen, bei der An- und Abreise zum Berg mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder eigener Muskelkraft (zum Beispiel #MeinHausberg-Touren oder Bike and Hike) erfolgten. Insgesamt reichten 33 Mitglieder ihre Touren ein. Bei der Hauptversammlung des AVS am 9. Mai in Kaltern wurden unter den eingegangenen Touren zwei Preise verlost. AVS-Vizepräsidentin Ingrid Beikircher übernahm die Ziehung der Gewinnertouren vor den versammelten Sektionen des AVS. Die beiden Gewinnerinnen dürfen sich jeweils über eine Hüttenübernachtung für zwei Personen auf einer AVS-Schutzhütte freuen.
Die scheidende AVS-Vizepräsidentin Ingrid Beikircher nahm die Ziehung des Klimawettbewerbes vor.
Die Gewinnertouren
Öffi-Überschreitung von Dun über die Edelrauthütte und die Napfspitze nach Lappach
Erika von Egitz (Ortsstelle Bruneck)
„Ich mache häufig Rundtouren und Überschreitungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, das funktioniert meistens sehr gut. Diese Tour machte ich Anfang Juli 2025. Ich startete von Bruneck mit dem Zug nach Vintl und von dort weiter mit dem Bus nach Pfunders. Von Pfunders fährt im Juli und August ein privater Shuttledienst nach Dun zu den Ausgangspunkten der verschiedenen Wanderungen.
Von der Egger-Bodenalm wanderte ich vorbei am Eisbruchsee zur Edelrauthütte. Da ich zeitig bei der Hütte ankam, beschloss ich noch auf den Napf aufzusteigen. Allerdings ist der Gipfel sehr steinig, was nicht sehr schön zu gehen ist, vor allem nicht, wenn man allein unterwegs ist.
Wieder zurück bei der Edelrauthütte wollte ich Richtung Lappach absteigen, sah von oben aber mehrere Schneefelder auf dem Weg. Schon beim Aufstieg lag zwischendurch noch Schnee, allerdings war der Weg hindurch gut ausgetreten. Hier hingegen sah ich, dass die Leute beim Durchwandern immer wieder einbrachen. Nachdem ich von oben die Situation gut überblicken und die Gefahr einschätzen konnte, setzte ich mich kurzerhand auf einen Nylonsack, den ich vom Mittagessen übrighatte, und rutschte über den harten Schnee nach unten.
Am Neves-Stausee vorbei wanderte ich anschließend hinunter nach Lappach, wo ich den Bus wieder zurück nach Bruneck nahm. Das letzte Stück zog sich ein bisschen, weil man bis hinaus ins Dorf gehen muss.
Ich könnte nicht sagen, wie lange ich effektiv gebraucht habe. Ich bin ohne Stress gegangen weil sowohl von Lappach als auch von Pfunders aus regelmäßig Busse verkehren. Es ist auf jeden Fall eine sehr schöne Tour und man begegnet immer wieder anderen Wanderern auf dem Weg. Da ich viel allein unterwegs bin, gehe ich gerne Touren, auf denen man nicht ganz allein ist.“
Strecke: Ca. 17 Kilometer; Höhenmeter: 1300 Aufstieg, 1500 Abstieg
Zweitägige Rundwanderung im Pflerschtal mit Öffi-Anreise
Verena Zwigl (Sektion Drei Zinnen)
„Wer etwas Quality-Time mit Freund:innen gebrauchen kann und dabei aktiv sein will, sollte sich diese Tour merken. Genau das war auch das Ziel von vier Freundinnen aus den unterschiedlichsten Ecken Südtirols, die alle öffentlich bis nach St. Anton im Pflerschtal angereist sind und von dort aus am späten Vormittag den Anstieg zur Tribulaunhütte gestartet haben. Für Erfahrene eine gemütliche Wanderung und gleichzeitig ein Warm-Up für den bevorstehenden zweiten Tag der Tour.
Motiviert durch die wunderschöne Landschaft, von der die Tribulaunhütte umgeben ist, und gestärkt durch das leckere Frühstück ging es an Tag 2 weiter auf den Hohen Zahn und im Anschluss daran auf die Weißwand. Der Preiselbeerschnaps am Gipfel war mehr als verdient! Für den Abstieg über die Magdeburger Hütte empfehlen wir starke Beine (und vielleicht noch stärkere Nerven), um es auch wieder bis zur Bushaltestelle in St. Anton zu schaffen.
Alles in allem eine Tour, die für gut Konditionierte ohne Schwierigkeiten bewältigt werden kann und auf jeden Fall in Erinnerung bleibt. Wir jedenfalls denken heute noch gern daran zurück!“
Die Anreise erfolgte mit den Zug von Innichen bis Franzensfeste und weiter bis Gossensass und von dort mit dem Bus nach St. Anton (Pflersch).
Strecke: ca. 23 Kilometer; Höhenmeter: ca. 1800
Was wurde sonst noch eingereicht? (Auwahl)
Öffi-Überschreitung vom Schnalstal nach Planeil
Simone Götsch (Sektion Schlanders)
Skitourenüberquerung von Pfitsch nach Pfunders
Hanspeter Vikoler (Sektion Klausen)
Öffi-Überschreitung von Zans nach St. Christina
Erna Mahlknecht/Richard Thaler (Sektion St. Pauls)
Gipfeltour auf die Madritschspitze
Simon Hiegelsberger (Sektion Meran)
N. B.: Der AVS-Klimawettbewerb kennt kein Mindestalter. Minderjährige mussten aber eine Einverständniserklärung ihrer Eltern mitschicken.
Bergtour auf die Vermoispitze
Philipp Hiegelsberger (Sektion Meran)
Geburtstagswanderung am Ritten
Susanne Fiechter (Sektion Bozen)
Wanderung über die Upialm zum Upisee
Giulio Braccesi (Sektion Bozen)
„Gsiesa Runde“
Hannah Seiwald (Ortsstelle Gsies)
Mit dem Zug zum Peter-Kofler-Klettersteig
Walter Weissensteiner (Sektion Kaltern)
Hike and Fly mit Öffis
Sebastian Zirm (Sektion Brixen)
Via degli Dei
Ivone Stimpfl (Ortsstelle Leifers)













