Blick ins Projektgebiet © Webcam Rosskopf
Bozen, 08. Mai 2026

Pressemitteilung

Das geplante Hotelprojekt „Rosskopf Mountain“ bei der Bergstation am Rosskopf stößt beim Alpenverein Südtirol (AVS) und der AVS-Sektion Wipptal auf deutliche Kritik. Aus Sicht des Vereins hätte das seit Jahren diskutierte Vorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen werden müssen.

Obwohl das Projekt nun offenbar so dimensioniert ist, dass es knapp unterhalb der gesetzlichen Schwellenwerte für eine UVP liegt (12.500 m³ in dieser Höhenlage), stellt es nach Einschätzung des AVS weiterhin einen erheblichen Eingriff in eine bereits stark beanspruchte Landschaft dar. Für ein Vorhaben dieser Größenordnung wäre eine umfassende Prüfung der Umweltauswirkungen aus Sicht des Vereins unerlässlich.

Der Rosskopf ist als Skigebiet bereits intensiv erschlossen. Der Bau eines weiteren Großprojekts würde die bestehende Belastung weiter erhöhen. Zu den Auswirkungen zählen zusätzliche Rodungen, ein steigender Besucherdruck sowie die ökologischen Folgen der Bauphase selbst – etwa durch Baustellenverkehr, Materialtransporte und die Deponierung von Aushubmaterial.

Zudem bringt das Projekt weiteren infrastrukturellen Bedarf mit sich, unter anderem im Bereich der Abwasserentsorgung. Auch die Wasserversorgung wird kritisch gesehen: Zwar ist der Bau eines Trinkwasserkraftwerks geplant, jedoch stellt sich die Frage, ob dessen Dimension ohne das Hotelprojekt geringer ausfallen könnte.

Ein weiterer sensibler Punkt ist die Verkehrserschließung. Zwar ist vorgesehen, dass Gäste ihre Fahrzeuge im Tal abstellen und mit der Bahn anreisen, doch bereits jetzt werden Ausnahmeregelungen diskutiert. Dies lässt Zweifel an der tatsächlichen Wirksamkeit des Verkehrskonzepts aufkommen.

Schließlich hinterfragt der AVS auch den konkreten Mehrwert des Projekts für die Stadt Sterzing.

Der Alpenverein Südtirol und die AVS-Sektion Wipptal betrachten den geplanten Hotelbau am Rosskopf aus diesen Gründen kritisch und plädieren für einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem sensiblen alpinen Raum: Die Erschließung der Bergwelt hat aus ihrer Sicht eine Grenze erreicht.