Vertikale Kletterzentrum Brixen © newspower.it

Vier Tage lang stand Brixen ganz im Zeichen des Boulder-Sports: Im Vertikale Kletterzentrum fand der Weltcup statt. 200 Sportlerinnen und Sportler aus 33 Nationen gingen bei den Wettkämpfen an den Start. Bei den Damen gewann die Amerikanerin Natalia Grossmann, bei den Herren der Deutsche Yannick Flohé. Die Organisatoren rund um den Internationalen Fachsportverband Ifsc, den AVS und die Vertikale konnten sich über eine gelungene Kletter-Großveranstaltung freuen. Zum guten Gelingen haben auch rund 150 freiwillige Helferinnen und Helfer beigetragen.

Aus Brixen, Südtirol, Italien, Deutschland, Österreich und noch von weiter her strömten an die tausend Menschen in das Vertikale Kletterzentrum nach Brixen. Der fünfte Boulder-Weltcup 2022 stand auf dem Programm. Kurzfristig war Brixen für Moskau eingesprungen, da dort die Wettkämpfe nicht stattfinden konnten. Innerhalb kurzer Zeit hat das Organisationskomitee rund um Alexandra Ladurner, Ralf Preindl und Günther Meraner die Wettkämpfe organisiert und die Vertikale zu einem einzigarten Freilicht-Stadion umgebaut.

Auch wenn der erste Boulder-Weltcup in Brixen nun Geschichte ist, gibt es Vieles, das in Erinnerung bleibt: neben den Emotionen und sportlichen Höchstleistungen auch die gelungene Organisation, die sich der Alpenverein Südtirol auf die Fahne schreiben kann.

Wettkämpfe der Damen

Das Publikum motivierte die besten Athletinnen der Welt und kitzelte das letzte Quäntchen Energie, Kraft und Motivation aus ihnen heraus. Schlussendlich war es einmal mehr die Favoritin Natalia Grossmann, die wiederum ihre Klasse aufzeigte und mehr schaffte, als ihre Mitstreiterinnen. Sie holte sich ihren vierten Weltcup-Sieg in Folge. Bis zum Schluss kämpfte die Deutsche Hannah Meul um den Sieg mit. Beide schafften vier Tops. Schlussendlich war die Anzahl der Versuche ausschlaggebend. Grossmann benötigte lediglich einen Versuch weniger als die Deutsche. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, es ist verrückt. Ich wusste, dass es möglich sein könnte, aber es war ein wirklich enger Kampf bis zum Schluss. Ich glaube, der dritte Boulder war der schwierigste, aber ich hatte gehofft, dass sie noch schwieriger sein würden. Die Atmosphäre war großartig, das Publikum war warmherzig und hat mich sehr unterstützt. Mein Ziel ist es, so weiterzumachen und mit weiteren guten Leistungen fortzufahren“, sagt Grossmann. Für Meul glänzt das Silber heute wie Gold. „Es ist ein Traum, der wahr geworden ist: Ich kann wirklich nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin. Ich habe alles gegeben, ich habe es wirklich genossen, diese Routen zu klettern, sie waren fantastisch“, freut sich Hannah Meul. Auf Platz drei reiht sich die 16-jährige Chinesin Zhilu Luo ein – bei ihrem Weltcup-Debüt.

Natalia Grossmann © newspower.it

Wettkämpfe der Herren

Am Kombinationsweltmeister Yannick Flohé aus Deutschland kam beim Boulder-Finale niemand vorbei. Er krönte sich mit 2 Tops und 4 Zonen zum Boulder-König von Brixen und erlangte seinen ersten Weltcupsieg. Der 21-jährige Engländer Maximillian Milne holte Silber, das Podium komplettierte der Japaner Tomoa Narasaki. Flohé brachte die Tribüne von Anfang an zum Beben. Beim zweiten Boulder hatte er einige Schwierigkeiten. Der Engländer Maximillian Milne hingegen schaffte es genau dort – unter lautstarkem Jubel des Publikums – bis an die Spitze. Beim dritten Boulder gab es Standing Ovation als Flohé das Top erreichte. Er war der einzige im Teilnehmerfeld, dem es gelang diesen zu lösen. „Das Finale lief wirklich gut“, sagte ein sichtlich erfreuter Flohé. „Das erste Top zu schaffen, gab mir viel Energie. Beim zweiten hatte ich einige Schwierigkeiten. Dann habe ich mich selbst überrascht, als ich den dritten Boulder geschaffte habe, der mir eigentlich überhaupt nicht zusagte. Beim letzten der vier Boulder-Routen, die es zu bezwingen galt, war ich hingegen wieder zuversichtlich“. Gut und vor allem zielstrebig bringt der Engländer Milne 2 Tops und 3 Zonen nach Hause: „Es war ein intensiver Wettkampf, der mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich weiß gar nicht, wie ich das heute geschafft habe – vermutlich durch einen seltsamen Zauber. Das Publikum war großartig. An Brixen habe ich gute Erinnerungen, hier habe ich schon eine Bronzemedaille bei den Jugend-Europameisterschaften eingeheimst. Der heute Podestplatz ist fantastisch“.
Der Japaner Tomoa Narasaki beendete den Wettkampf in Brixen auf Platz 3. Bis zum Schluss kämpfte er mit Herz und Seele, um die Tops zu erreichen.

Yannick Flohé © newspower.it
150 Freiwillige, Siegerinnenehrung, Siegerehrung, Publikum © @giovanni_danieli; @davideterenzi; newspower.it

Zufriedene Gesichter

Die vier Tage in Brixen waren geprägt von Emotionen und sportlichen Höchstleistungen. Dies alles ermöglicht hat eine gute Organisation, die sich der Alpenverein Südtirol auf die Fahne schreiben kann. Ralf Preindl vom OK zeigt sich sichtlich zufrieden: „Die Bilanz ist mehr als positiv. Wir haben es geschafft, hunderte von Menschen für diesen Sport zu begeistern und sie nach Brixen zu holen“. Auch die ehemalige Spitzenathletin Alexandra Ladurner freut sich über die positiven Rückmeldungen: „Alles ist gut gelaufen. Ein großes Dankeschön geht an die 150 freiwilligen Helferinnen und Helfer der Veranstaltung.“

V.l. Ralf Preindl, Alexandra Ladurner und Ernesto Scarperi © newspower.it