Auflistung aller Erstbegehungen die dem ALPINIST Team im Aladağlar Gebirge gelangen.
Erstbegehung im Aladağlar-Gebirge

Im September 2023 erkundete das ALPINIST-Team die Gipfel des Aladağlar-Gebirges in der Türkei. Innerhalb von zwei Wochen gelangen ihnen acht Erstbesteigungen, darunter auch zwei bisher unbestiegene Türme, wie Recep berichtet, ein lokaler Kletterer und Besitzer des Campingplatzes, der als Ausgangspunkt für ihre Abenteuer im Aladağlar-Gebirge diente.
Hier die Auflistung aller Touren.

Routeninformationen

„It`s Okay“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: Narpuz Gözcü Kulesi

Ausrichtung: W

Einwärmtour an einem kleinen Turm in der Nähe vom Sokulupinar Camp.

Erstbegeher: Franz Hölzl, Moritz Mairhofer und Manuel Baumgartner 16.09.2023

Schwierigkeit: VII-

Länge: ca. 150m

Seillängen: 4

Felsart: Kalk

Ausrüstung: NAA, 50m Halbseile, 2 Set Cams

Charakter: Klassische Route die den Schwachstellen der Wand folgt. Die schwierigsten Stellen lassen sich gut absichern. Es wurden auch einige Haken hinterlassen.

Fels: bis auf kurze Abschnitte sehr gut

Zustieg Ausgangspunkt ist das Sokulupinar Camp, wo man das Auto am Straßenrand abstellen kann (Wand ist bereits sichtbar). Von dort in etwa 15 min hoch zum Einstieg.

Abstieg Vom Gipfel in östliche Richtung über ein Band absteigen (siehe Foto) und über den Canyon zurück zum Auto.

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen

Routeninformationen

„Halo Lisi“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: Yeniceri Dagi

Ausrichtung: NW

Klassische Linie durch eine noch unberührte und abgelegene Wand im wunderschönen Ambiente. Am Gipfel konnten wir einen Halo beobachten, der uns an einen Regenbogen in Indien erinnerte und somit namensgebend für die Tour war.

Erstbegeher: Samuel Holzknecht, Markus Ranalter und Martin Dejori 18.09.2023

Schwierigkeit: VI+

Länge: ca. 430m

Seillängen : 10

Felsart: Kalk

Ausrüstung: NAA, 50m Halbseile, 1-2 Set Cams bis BD3, Nägel und Hammer

Charakter: Klassische Route die den Schwachstellen der Wand folgt. Für die Absicherung muss bis auf einzelne zurückgelassene Nägel selbst gesorgt werden (auch an den Ständen).

Fels: bis auf kurze Abschnitte sehr gut

Zustieg: Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Eingang des Emli Valleys. Von dort für ca. 1,5 Stunden Richtung Parmakkaya. (Wand befindet sich gegenüber dem Parmakkaya)

Abstieg: Vom Gipfel 50m in Richtung Güvercinlik Valley (SO) abseilen. Von dort hinunter ins Tal und zurück zum Parkplatz.

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen

Routeninformationen

„No Woman No Cry“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: Kizilin Basi

Ausrichtung: NW

Abwechslungsreiche Tour im linken noch unberührten Wandteil des Kizilin Basi, die einer logischen Risslinie hinauf zum Gipfel folgt.

Erstbegeher: Jona Salcher, Franz Hölzl und Manuel Baumgartner 18.09.2023

Schwierigkeit: VI+

Länge: ca. 300m

Seillängen : 9

Felsart: Kalk

Ausrüstung: NAA, 60m Halbseile, 2 Set Cams (1x Größe 4)

Charakter: Alpine Klettertour, die einer Risslinie und Wasserrillen folgt. Es kann zusätzlich zu den zurückgelassenen Nägeln und Sanduhrenschlingen gut mit Friends abgesichert werden kann.

Fels: bis auf kurze Abschnitte sehr gut

Zustieg: Von Camardi Richtung Pozanti links nach Elekgolù abbiegen und durch das Dorf hindurch fahren. Auf Schotterstraße direkt auf die von Weitem sichtbare Wand zufahren. Die Abzweigung nach links nehmen und der Straße, die nach links zieht und kontinuierlich an Höhe gewinnt, soweit folgen, wie die Offroad-Tauglichkeit des Wagens es zulässt. Von dort in ca. 1,5 Stunden hinauf zur Wand

Abstieg: Über die Route abseilen (siehe Topo).

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen

Routeninformationen

„Rainbow In The Desert“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: Kizilin Basi

Ausrichtung: NW

Abwechslungsreiche Tour im linken noch unberührten Wandteil des Kizilin Basi. 

Erstbegeher: Moritz Mairhofer, Hannes Niederwolfsgruber und Judith Rubner 18.09.2023

Schwierigkeit: VIII-

Länge: ca. 350m

Seillängen : 11

Felsart: Kalk

Ausrüstung: NAA, 50m Halbseile, 2 Set Cams

Charakter: Abwechslungsreiche Route, die im unteren Teil vermehrt Plattenkletterei vorweist. Der obere Teil folgt einem Riss und Verschneidungssystem, welche sich gut absichern lassen. Die schwierigsten Stellen sind obligatorisch zu klettern. Der Großteil der Stände wurden mit Bohrhaken eingerichtet, die auch zum Abseilen dienen (siehe Wandbild und Topo). Andernfalls können diese gut mit Friends gebaut werden.

Fels: bis auf kurze Abschnitte sehr gut

Zustieg: Von Camardi Richtung Pozanti links nach Elekgolù abbiegen und durch das Dorf hindurch fahren. Auf Schotterstraße direkt auf die von Weitem sichtbare Wand zufahren. Die Abzweigung nach links nehmen und der Straße, die nach links zieht und kontinuierlich an Höhe gewinnt, soweit folgen, wie die Offroad-Tauglichkeit des Wagens es zulässt. Von dort in ca. 1,5 Stunden hinauf zur Wand

Abstieg: Über die Route abseilen (siehe Topo).

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen

Routeninformationen

„Holzkopf“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: Narpuz Ikiz Kule

Ausrichtung: S

King-Line“ an diesem Turm, die mit Friends und Haken erstbegangen werden konnte. Wurde von einer anderen Seilschaft des Alpinist Teams erstmals wiederholt. 

Erstbegeher: Franz Hölzl, Samuel Holzknecht und Manuel Baumgartner 19.09.2023

Schwierigkeit: VII

Länge: ca. 180m

Seillängen: 6

Felsart: Kalk

Ausrüstung:NAA, 50m Halbseile, 1 Set Cams

Charakter: Abwechslungsreiche Kletterei, die gut mit Friends abgesichert werden kann

Fels: bis auf kurze Abschnitte sehr gut

Zustieg: Vom Sokulupinar Camp ins Narpuz Valley zum Fuß des Demirkazik Dagi (ca. 1 Stunde)

Abstieg: Abstieg vom Gipfel über Couloir

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen

Holzkopf

Nachdem wir bereits schon eine Woche in Aladaglar Gebirge kletterten, war nun auch mal ein Rasttag geplant. Obwohl wir nur noch wenig Haut an den Fingern hatten und eigentlich schon leicht erschöpft waren, beschlossen Manuel, Samuel (Holzi) und ich, den Pausetag auszunutzen und eine neue Tour zu eröffnen. So wurde aus dem Pause Tag doch keine Pause.

Bereits einige Tage zuvor hatten wir den kleinen Turm „Narpuz I Kiz Kule“ entdeckt und eine neue Linie erblickt, die nur darauf wartete begangen zu werden. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir mit den Mietautos über einer holprigen, staubige Schotterstraße bis zum „Sokulupinar“ Camp. Dort parkten wir unser Auto und marschierten Richtung Wandfuß. Dabei wurden wir von einem Hirten-Hundepaar begleitet, das uns neugierig bis zum Einstieg verfolgte. Am Turm angelangt, betrachteten wir nochmals mit dem Fernglas unseren Turm und suchten uns die schönste Linie aus. 

Zuerst startete Holzi zügig und motiviert los und hatte bald schon Stand. Manuel und ich kletterten flink nach und am Stand beim Sichern, freuten wir uns schon auf die nächste Seillänge, die Holzi wieder vorstieg. Aber unseren tollen Standplatz hatte bereits schon jemand anders für sich entdeckt: plötzlich zischte eine Schlange einige Meter neben uns umher und trieb uns weiter. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kletterten Manu und ich nun so schnell wie möglich hinauf zum nächsten Stand den Holzi bereits eingerichtet hatte. Dort angekommen standen wir vor einem kleinen Bauch, der nun zu überwinden galt. Holzi überließ das Vorsteigen jetzt mir und nach ein wenig Suchen und einen geschlagenen Haken später, war auch diese Stelle überwunden. Nun standen wir auf einem Band mit Schutt und Geröll und über uns die beeindruckende Hauptwand des Turmes. Ich startete gleich los und als ich schon ein gutes Stück oben war, löste sich zu meinem Entsetzen ein größerer Steinblock, der gerade nach unten auf Holzi hinabflog. Gottseidank konnte er noch im letzten Moment ausweichen und der Block donnerte bis zum Wandfuß hinab. Etwas schockiert kletterte ich jetzt noch vorsichtiger und langsamer weiter. Als nächstes galt es eine kurze Platte zu bewältigen, bei der es keine Möglichkeit gab eine Zwischensicherung zu legen. Danach entschloss ich mich einen Haken zu schlagen und als dann dieser bombenfest war und „sang“ , hatte ich wieder ein gutes Gefühl um entspannt weiter klettern zu können. Nach einer kurzen Linksquerung schlug ich einen weiteren Haken um einen Stand zu bauen und verstärkte ihn mit einigen Friends. 

Bei der nächsten Seillänge wartete ein wackeliger Klemmblock, der auch mit einem Haken entschärft wurde und danach ging es weiter durch wunderschonen kompakten Fels mit einigen Sanduhren bis zum Gipfel. 

Oben angekommen, stellten wir nun fest, dass wir einfach auf der Rückseite des Turms über eine Schotterinne absteigen können. Holzi freute sich darüber, denn er war der Einzige, der Schuhe mitgenommen hatte. Wir dachten, dass der Abstieg nur mit Abseilen möglich ist. Also hieß es mit den Kletterschuhen die steile Schotterinne hinunterrutschen. 

Unten angekommen freuten wir uns dann umsomehr auf die normalen Schuhe und natürlich auch über unsere neue „King Line“ auf den Narpuz I Kiz Kule, der wir den Namen Holzkopf gaben. (Hölzl, Holzknecht, Baumgartner). 

Routeninformationen

„Cliffhanger“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: South Tyrolean Tower

Ausrichtung: W

Sehr schöne Mehrseillängentour an einem unbekannten Turm unter dem „Top Secret Spot“.
Wurde von einer anderen Seilschaft des Alpinist Teams erstmals wiederholt. 

Erstbegeher: Markus Ranalter, Franz Hölzl und Samuel Holzknecht 20.09.2023

Schwierigkeit: 7b/+

Länge: ca. 120m

Seillängen: 4

Felsart: Kalk

Ausrüstung: NAA, 60m Halbseile oder 60m Seil und Rapline, 10 Expressen

Charakter: Abwechslungsreiche und technische Kletterei,

Fels: sehr gut

Zustieg: Von Camardi in Richtung Pozanti links nach Elekgolù abbiegen. Durch das Dorf und danach auf die neu angelegte Forststraße rechts abbiegen, die unter den „Top Secret Spot“ bis nach Yelatan führt. Dieser Straße ca. 10 min folgen und in einer Rechtskurve parken. Von dort dann in 1,5 Stunden hoch zum Turm. (ungefähre Koordinaten des Turms: 37.73272, 35.05180)

Abstieg: 2-mal über die Tour abseilen (siehe Topo)

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen

Routeninformationen

„Happy Wife Happy Life“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: South Tyrolean Tower

Ausrichtung: NW

Abwechslungsreiche alpine Tour, die zusammen mit der Tour Cliffhanger auf denselben noch unbestiegenen kleinen Turm führt.

Erstbegeher: Manuel Baumgartner, Jona Salcher und Judith Rubner 21.09.2023

Schwierigkeit: VIII-

Länge: ca. 120m

Seillängen: 5

Felsart: Kalk

Ausrüstung: NAA, 50m Halbseile, 1 Set Cams

Charakter: Alpine Klettertour, die zusätzlich zu den zurückgelassenen Nägeln und Sanduhrenschlingen gut mit Friends abgesichert werden kann.

Fels: bis auf kurze Abschnitte sehr gut

Zustieg: Von Camardi in Richtung Pozanti links nach Elekgolù abbiegen. Durch das Dorf und danach auf die neu angelegte Forststraße rechts abbiegen, die unter den „Top Secret Spot“ bis nach Yelatan führt. Dieser Straße ca. 10 min folgen und in einer Rechtskurve parken. Von dort dann in 1,5 Stunden hoch zum Turm. (ungefähre Koordinaten des Turms: 37.73272, 35.05180)

Abstieg: Vom Turm nach Osten abseilen (siehe Topo).

 

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen

Routeninformationen

„Wish You Were Here“

Gebirge: Aladağlar Gipfel/Wand: Elisabeth Tower

Ausrichtung: W

Klassische und abenteuerliche Route an einem noch unbestiegenen Turm. 

Erstbegeher: Moritz Mairhofer, Hannes Niederwolfsgruber und Martin Dejori 21.09.2023

Schwierigkeit: VI+

Länge: ca. 450m

Seillängen: 11

Felsart: Kalk

Ausrüstung: NAA, 60m Halbseile, 2 Set Cams

Charakter: Klassische und abenteuerliche Route auf sehr gutem Felsen

Zustieg: Von Camardi in Richtung Pozanti links nach Elekgolù abbiegen. Durch das Dorf und danach auf die neu angelegte Forststraße rechts abbiegen, die unter den „Top Secret Spot“ bis nach Yelatan führt. Dieser Straße ca. 15 min folgen und am Straßenrand bei einem ausgetrockneten Flussbett parken (Wand ist von dort bereits sichtbar). Von dort dann in 1,5 Stunden durch den Canyon hoch zum Turm. (ungefähre Koordinaten des Parkplatzes: 37.71348, 35.02553)

Abstieg: In einer Stunde vom Gipfel im weiten Bogen über Felsbänder und Gamspfade bis über dem Start der Route und mit einem 40m Abseiler zurück zum Einstieg. Von dort über den Canyon zurück zum Auto.

Diese Route wurde mit Haken des AVS-Alpinfonds erstbegangen