„Laktose Frei (M6)“, Weißzint, Zillertaler Alpen
Erstbegehung der Route "Laktose Frei" von Jakob Steinkasserer und Simon Gietl

Am 09. Mai 2026 eröffneten Jakob Steinkasserer und Simon Gietl eine neue Route durch die Weißzint-Nordwand. Sie ist erst die zweite bekannte Linie durch diese Wand, nach der Erstbegehung von Fritz Kaspareck und Sepp Brunhuber im Jahr 1935.

Beim Zustieg zur Hochfeiler Nordwand vor ca. 2 Jahren; bei einer kurzen Rast auf der Schlegeisscharte und anschließenden Querung des Schlegeisgletscher, fiel mir die Weißzint Nordwand auf. Nach betrachten der Wand wurde in mir das Interesse geweckt dort selbst etwas zu verwirklichen. Nach einiger Recherche im Internet und gemeinsam mit lokalen Kletterern stellte sich heraus, dass es in der gesamten, rund 300 Meter hohen Granitwand bislang lediglich eine einzige Linie gibt. Bereits im Jahr 1935 eröffneten Fritz Kaspareck und Sepp Brunhubereine direkte Route zum Gipfel, die bis heute nur äußerst selten wiederholt wurde. Durch einTelefonat mit Simon, den ich ziemlich schnell für mein Vorhanden gewinnen konnte, für dort oben einen Neue Tour zu begehen. Leider mussten wir uns fast zwei Jahr in der Geduld üben, um einen Versuch zu wagen. Anfang Mai tat sich ein Wetterfenster auf, um zur besagten Wand aufsteigen und dort unsere Line bzw. Erstbegehung zu klettern. Die neue Linie verläuft rechts der historischen Route durch den kompakten Wandteil. Eine feine Eislinie gab dabei den logischen Verlauf vor und wird immer wieder von schönen Verschneidungen und markanten Rissen unterbrochen.

Routeninformationen

„Laktose Frei“

Erstbegeher: Jakob Steinkasserer und Simon Gietl am 09.05.2026

Schwierigkeit: M6

Länge: 8 Seillängen, ca. 300m

Zeit: 4 bis 5 Stunden

Material: Ein Sortiment Friends (Camalot 0,0 bis 2), kleines Haken Sortiment, 60m Seil

Ausrichtung: Nord

Charakter: Die Laktosefrei bietet eine hochalpine, kombinierte Route auf den Weißzint am Zillertaler Hauptkamm. Kletterei an festen Granit, der sich jedoch sich immer gut absichern lässt. Trotz der moderaten Schwierigkeit von maximal M6 sollte die Route daher keinesfalls unterschätzt werden.

Absicherung: Alpin, insgesamt fünf Haken sowie zwei Pecker, die allesamt in der Wand belassen wurden.

Zustieg: Über die Staumauer auf die Westseite des Stausee und dort bis ca. zur Mitte des See der Uferstraße folgen. Vorerst dem Sommerweg Nr. 26 ins Pfeifhoidertal folgen. Sobald man dort die Baumgrenze erreicht und auf einen Boden gelangt, verlässt man den Weg und steigt in nord-nordwestlicher Richtung zur Schlegeisscharte (3082m) empor. Kurz über die Scharte und man steht unmittelbar unter der Nordwand des Weißzint, ca. 3 Stunden.

Abstieg: Entweder zu Fuß oder empfehlenswert mit Ski über die Obere Weißzintscharte zur Edelrauthütte und anschließend durch das Pfeifholdertal zurück zum Nevessee.

Zufahrt: Von Bruneck fährt man in das Tauferer-Ahrntal und zweigt bei Mühlen in Taufers in das Mühlwaldertal ab, um bis zur Ortschaft Lappach zu gelangen. Von der Ortschaft Lappach folgt man der Straße bis zum Neves-Stausee (Achtung Wintersperre)