Am Bildstöckljoch © Rosi Haller

Es war der Samstag, der 5. September und wie an vielen Tagen in diesem Sommer, ging sich eine Bergtour aus, ohne in ein Gewitter zu kommen. Über einen neuen geschaffenen Übergang wanderte eine Gruppe vom AVS Meran von Kurzras ins Matschertal.

Von Rosi Haller, AVS-Wanderführerin Sektion Meran

Die Anfahrt mit dem Bus von Meran ins Schnalstal ist eine längere Fahrt, denn es werden auch die Dörfer Katharinaberg und Karthaus angefahren, die oberhalb der Talstraße liegen. Nach eineinhalb Stunden Fahrzeit ab Meran kamen wir in Kurzras an. Unser Aufstieg führte zunächst Richtung Lazaunalm, um dann durch das Langgrubtal zum Langgrubjoch zu gelangen. An dem Tag war es bewölkt und sehr windig, besonders Richtung Langgrubjoch wurden wir von starken Böen überrascht – es hieß schnell  wärmere Jacken überzuziehen. Da wir alle noch die Temperaturen des Sommers in Meran (um die 32 Grad) in den Knochen hatten, spürten wir nun das Gegenteil und sehnten uns nach ein bisschen Wärme.

Vom Langgrubjoch ging es nun Richtung Bildstöckljoch. Der Weg ist mit Steinmännchen gut markiert und mit einem geschulten Auge für den Weg, der durch Blockgelände führt, kamen wir nach einer weiteren Dreiviertelstunde am Bildstöckljoch an. Der Aufenthalt dauerte nur kurz, denn auch der böige, kalte Wind hatte uns wieder eingeholt und pfiff uns ordentlich durch die Jacken. Vom Bildstöckljoch ging es weiter nach Kleintibet, wie die Berggegend zwischen Oberetteshütte, Saldurseen, Spizat und Südlicher Schwemserspitze heißt. Da ich noch nie im Tibet war, hatte ich keinen Vergleich. Es war jedenfalls sehr beeindruckend, in dieser kargen Hochgebirgslandschaft zu sein.

Nun begann der lange Abstieg über die schön gelegenen Saldurseen zu den Glieshöfen. An den Seen legten wir noch eine kurze Nachmittagspause ein. Die Sportuhren zeigten uns am Ende über 1500 hm im Abstieg, ein ganz schönes  Brett!

Bei den Glieshöfen hatten wir Glück: Ein sehr freundlicher Busschauffeur fuhr mit seinem Achtsitzer  zweimal Richtung Matsch, sodass wir und andere Wanderer den Anschluss-Bus  schafften. So ging es von Matsch mit dem nächsten Bus bis Mals und von dort mit dem Schienenersatzverkehr zurück nach Meran. Insgesamt dauerte die Rückfahrt zweieinhalb Stunden. Doch wer mit Öffis fährt, nimmt das gerne in Kauf, um von einem Tal ins andere zu gelangen.

 

 

Details zur An- und Abreise mit Öffis: Anfahrt mit Bus Linie 261 (Meran-Naturns-Schnalstal) bis zur Haltestelle Kurzras. Rückfahrt: Citybus Matsch-Mals (Linie 278), Schienenersatzverkehr (Linie 250B) Mals-Meran. Vom Glieshof bis nach Matsch verkehrt im Sommer das Wandertaxi (Linie 281 Matsch-Glieshöfe)

Gesamtgehzeit: ca. 6 h 30 min;  ca. 1.150 Hm im Aufstieg und 1.350 Hm im Abstieg (Daten lt. Tourenplaner alpenvereinaktiv)

Von der Hitze des Sommers ins windige Hochgebirge - Eindrücke von der Überschreitung von Schnals nach Matsch © Rosi Haller AVS Meran