Landeskader in Orpierre @ Hannes Mantinger

12 Athlet:innen, zwei Trainer und eine Betreuerin machten sich Ende August auf den langen Weg nach Orpierre in Südfrankreich. Die Mission war klar definiert: möglichst viel klettern, möglichst wenig jammern und ganz nebenbei reihenweise schwere Routen abhaken.

Die Voraussetzungen dafür hätten kaum besser sein können: Eine Köchin, die selbst auf einem Campingplatz Gourmetküche auf den Tisch zaubert, zwei Trainer mit jahrzehntelanger Klettererfahrung und einige der stärksten Nachwuchskletter:innen Südtirols. Kurz gesagt: Die Erfolgsquote schien höher als die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Busse die Anreise ohne Zwischenfälle überstehen würden.

Eindrücke Orpierre @ Hannes Mantinger

Doch tatsächlich verlief die Fahrt problemlos. Nach der Ankunft am Campingplatz wurden zunächst die Zelte errichtet und anschließend musste natürlich dem Schwimmbad ein Besuch abgestattet werden. Somit stand dem ersten richtigen Klettertag nichts mehr im Wege.

Und was für ein Einstieg das war! Orpierre präsentierte sich von seiner allerbesten Seite. Vor allem die Linien im Sektor Hurlement sorgten für viel Freude. Da die Wand erst ab Mittag in den Schatten kommt, wurde der Vormittag sinnvoll für Regeneration, Schwimmbadbesuche und mentale Vorbereitung genutzt. Anschließend ging es an den Fels, wo bis zur Dämmerung geklettert wurde. Bereits am ersten Tag hatte praktisch jede und jeder ein persönliches Projekt gefunden, das bis zum Ende der Woche unbedingt bezwungen werden sollte.

Landeskader U21 in Orpierre © Hannes Mantinger

Die folgenden Tage verliefen nach einem mittlerweile bewährten Orpierre-Muster: morgens Schwimmbad, Dehnen und Regeneration, nachmittags Klettergarten, abends müde Muskeln und großer Hunger. Geklettert wurde mit viel Motivation und gelegentlich auch mit etwas kreativer Routeninterpretation. Projekt für Projekt fiel, und die Tickliste wurde von Tag zu Tag länger.

Natürlich blieben auch die Trainer Hannes und Morris nicht untätig. Statt nur von unten gute Ratschläge zu erteilen, ließen sie es sich nicht nehmen, selbst an den beeindruckenden Kalkwänden Hand anzulegen. Schließlich muss man als Trainer hin und wieder demonstrieren, dass man die Klettertechnik nicht nur aus Lehrbüchern kennt.

Nach langen Tagen am Fels erwartete die Gruppe jeweils das kulinarische Highlight des Tages. Unsere Kochfee Verena verwöhnte das Team Abend für Abend mit hervorragenden Gerichten und sorgte dafür, dass die verbrauchten Kraftreserven zuverlässig wieder aufgefüllt wurden. Beim anschließenden Abspülen durfte selbstverständlich die gesamte Mannschaft mithelfen. Die Begeisterung darüber hielt sich zwar teilweise in Grenzen, stärkte aber bekanntlich den Teamgeist.

Landeskader U21 in Orpierre @ Hannes Mantinger

Am Ende der Woche konnte sich die Ausbeute mehr als sehen lassen:

  • 8b N’oubliez jamais ✓ 1x (Dario)
  • 8a+ Hurlement ✓ 2x (Pier Giulio, Dario)
  • 8a Game Over ✓ 1x (Anton)
  • 7c+ Heureusement il y a la bière ✓ 3x (Dario, Pier Giulio, Anton)
  • 7c Maman, je vais mourir ✓ 2x (Sofia, Vanessa)
  • 7b+ Destruction ✓ 7x (Vanessa, Sofia, Moritz, Anton, Romy, Nadja, Vera)

Nach zahlreichen Rotpunktbegehungen, vielen Versuchen, einigen kleineren Hautverlusten und einem beeindruckenden Pasta-Konsum, kann man sagen, dass das Trainingslager in Orpierre sehr entspannt verlaufen ist und alle auf die eine oder andere Weise auf ihre Kosten gekommen sind.

Gefördert wird der AVS-Landeskader vom Land Südtirol, von Raiffeisen, Salewa, Tiroler Versicherung und Alperia.