„Vinschger Wind (VII+)“, am Monte Casale(TN)
Erstbegehung der "Lebenslauf" © Manuel Gietl und Jakob Steinkasserer

Neutour am Ostwandpfeiler des Monte Casale, 1. Ostwandpfeiler, Jänner 2005 von Schnitzer Hannes, Abler Martin, Mairösl Werrner, Huber Markus.

Fährt man mit dem Auto durch das Sarchetal, so ist die mächtige O-Wand des Monte Casale kaum zu übersehen. An den Pfeilern der rechten Wandseite befinden sich bekannte Klettertouren wie die „Non solo pane“ oder die „Missile“, zwei anspruchsvolle Routen aufgrund ihrer Kletterschwierigkeit und Länge.
Etwas weiter rechts dieser Touren durchzieht eine Verschneidung die Pfeilerwand. Eigentlich eine logische Linie für eine Kletterroute, die sicherlich schon von mehreren Kletterern ins Auge gefasst wurde. Fest entschlossen hier eine Erstbegehung zu versuchen, erkundigten wir (4 Vinschger Burschen) den Felsen. Alte Haken in der ersten Seillänge ließen uns bald am Vorhaben zweifeln, denn sie waren der Beweis, dass schon eine Seilschaft vor uns eine Begehung versucht hatte. Doch nach einigen Klettermetern deutete eine alte Abseilstelle auf einen misslungenen Versuch hin. Der etwas brüchige Fels an dieser Stelle hat wohl ein Weiterklettern vereitelt.
Voller Tatendrang, nun doch die Ersten zu sein, die diese Linie verwirklichen, kletterten wir dort weiter, wo die vorige Seilschaft gescheitert war. Mit etwas Geschick konnten wir die brüchigen Stellen umgehen und auf festem Fels ausweichen. Nach mehreren Anläufen im Januar und Februar 2005 wurde dann Seillänge für Seillänge geklettert und eingerichtet.
Das Ergebnis ist eine Klettertour mit insgesamt vierzehn Seillängen. Der Fels ist mit wenigen kurzen Ausnahmen sehr fest. Die Kletterei ist recht anstrengend und abwechslungsreich. Die Tour bietet einige Traumsseillängen: so etwa der Quergang im markantem Dach der 4. SL, der „Götter“-Quergang in der 5. SL, ebenfalls die „Uhu“-Verschneidung in der 7. SL. Im oberen Wandteil führt die Tour mitten durch einen luftigen Pfeiler. Dort befindet sich die Schlüsselseillänge, in traumhaften Fels mit Wasserlöchern.
Die Standplätze sind alle eingerichtet, meistens mit Bohrhaken. Dazwischen findet man Normalhaken, Holzkeile, Bohrhaken und, auf leichteren Teilen, sehr viel Platz für Keile bzw. Friends vor! Beste Jahreszeiten sind der Herbst und das Frühjahr.
Wir möchten uns auf diesem Wege bei der HG-Lana für die Unterstützung mit Normal- und Bohrhaken bedanken, weitere Infos zur Tour sind unter www.klettern.it ersichtlich.

Text: Martin Abler

Erstbegehung der "Lebenslauf" © Manuel Gietl und Jakob Steinkasserer

Routeninformationen

Zustieg:
Ostwandpfeiler / Monte Casale 20 min

Schwierigkeit:
max VII+ oder A0, meistens zwischen V bis VI Grad

Länge:
350m

Seillängen:
14

Zeit:
6-7 Stunden

Ausrüstung:
NAA, 10 Express, Friends zu empfehlen

Absicherung:
Mit Bohr- und Normalhaken abgesichert

Abstieg:
ca. 1 Stunde

Erstbegeher:
Schnitzer Hannes, Abler Martin, Mairösl Werner und Huber Markus / Januar – Februar 2005