"Maria Hilf" Dürrenstein Süwestwand, Plätzwiese
Erstbegehung der "Maria Hilf" © Manuel Gietl und Tito Brunner

Am 06.07.2019 konnten Manuel Gietl & Tito Brunner die Route "Maria Hilf" onsight erstbegehen.

Dürrenstein Südwestwand? Ja die gibt es wirklich. Nachdem ich mit einigen Freunden Ende Juni vom Klettergarten Kirchler im Pragstertal zurück zum Parkplatz Plätzwiese ging, fiel mir auf, dass zwischen dem Klettergarten Plätzwiese und Kirchler noch einiges an unberührten Felsenland vorhanden ist. Auf den ersten Blick zwar wenig spektakulär, aber mit etwas Fantasie und Kreativität bastelte ich mir bereits eine mögliche Linie im Kopf zusammen. Wenige Tage vergingen und  am darauffolgenden Wochenende stand ich mit Tito Brunner voll motiviert am Einstieg. Der Zustieg gestaltete sich schon sehr unkompliziert. Entlang des Dolomitenhöhenweges geht man zuerst am Klettergarten Plätzwiese vorbei und quert kurz nachher in nördliche Richtung zum Einstieg. 

Die Absicht war, eine Route mit Bohrhaken zu eröffnen, wobei man doch weite Strecken im klassischen Gelände selbst absichern muss. Also keine Plaisierroute im herkömmlichen Sinn. Die Standplätze richteten wir jeweils mit Bohrhaken ein. An den Stellen wo Risse und Verschneidungen das Anbringen von mobilen Sicherungen erlaubten, verzichteten wir großteils auf das Bohren von Zwischenhaken. Auf diese Weise ist ein Sortiment Friends erforderlich. Insbesondere in den Seillängen Nr. 4,5 und 6 hat die Route klassischen Charakter und Linienführung. Die 7. Seillänge ist die Schlüsselstelle, die zwingend frei geklettert werden muss. Trotz einiger Bohrhaken sollte man recht konzentriert und vorsichtig über den bauchigen Wulst klettern. Nach dem grasigen Band gibt es zum Ende noch eine lohnende letzte Seillänge in sehr gutem Fels. 

Bei der „Maria hilf“ handelt es sich um einen überraschend langen und alpinen Aufstieg auf der Südwestseite des Dürrensteins. Die steileren kompakten Seillängen entschädigen für die kurzen grasigen Intermezzos. Viel Spaß beim Wiederholen!!!   

Manuel Gietl

"Maria Hilf" © Manuel Gietl und Tito Brunner

Routeninformationen

 

Zustieg:

Von St. Vigil kommend Richtung Pederü fahren. Nach der flachen Almwiese Tamersc über die Brücke fahren und dann rechts beim Schild „Klettergarten“ (Vedla) parken. Von dort in südlicher Richtung über Geröllgraben zum Klettergarten gehen. Denselben rechts umgehen (Fixseile – Klettersteig). Bei Seilschaukel vorbei bis die Felswände fertig sind. Bei Steinmann links abbiegen und durch dichten Wald und Latschenfeld (Pfadspuren) wieder Richtung Geröllgraben gehen. Diesen Graben nochmals einige Meter hoch bis man auf der linken Seite eine Rote Schlinge sieht. Dort durch dichte Latschen (geputzt, bzw. Gamssteig) ca. 50 hm hochsteigen. Die Wand ist bereits gut sichtbar. Die letzten Meter entlang gut sichtbarer Spuren (Steinmänner) zum Wandfuss queren ( 2mal Schotterfeld). Die Einstiege sind jeweils mit Schlingen und Namen markiert. Der Einstieg der „Ironie“ befindet sich ca. 80 m links der Parodie. Insgesamt ca. 40 min

Einstiegskoordinaten: 46.6440710, 12.0193511

Schwierigkeit:

6c+ (6b obl.) / S2

Länge:

ca. 300 Klettermeter

Seillängen:
12

Zeit:

3 Stunden

Ausrüstung:

NAA, 16 Express, Halbseile oder 70m Seil

Absicherung:

gebohrte Stand- und Zwischenhaken, Klassifikation S2, teilweise auch Sanduhren, Friends nicht erforderlich 

Charakter:

begeisternde Wandkletterei auf strukturiertem, griffigem und meist kompaktem Dolomitgestein

Abstieg:

Abseilen über Route oder beim letzten Standplatz bzw. bei den letzten zwei breiteren Bänder nach links queren und in großen Linksbogen (Stellen evt. 2 und) über Schotterfeld und Latschen absteigen bis man auf einen alten Militärsteig trifft (Pfadspuren und alte Holzbrücke). Diesen folgend zurück zu den Einstiegen.

Erstbegeher:

Manuel Gietl und Jakob Steinkasserer am 9. und 11. August 2020