Die Weißkugel von der Höllerscharte; um 1900 © Salzburger Landesarchiv, Verlag Spinnhirn & Würthle, Salzburg

Wissen. Tradition. Gemeinschaft.
Das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO im Vinschgau erleben
1 Monat - 9 Veranstaltungen

Das Trockensteinmauern, die Transhumanz, die traditionelle Bewässerung: Seit einigen Jahren sind diese Praktiken als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Mit dieser Anerkennung würdigt die UNESCO Traditionen, Bräuche und Wissensformen, die Gemeinschaften über Generationen hinweg prägen und verbinden. Auch der Alpinismus zählt seit 2019 dazu.
Anlässlich des Internationalen Tages des Immateriellen Kulturerbes am Samstag, 17. Oktober wollen das Land Südtirol, das Vintschger Museum, der archeoParc – campus transhumanza, der Heimatpflegeverband Südtirol, der Naturpark Texelgruppe, der Nationalpark Stilfser Joch und der Alpenverein Südtirol auf die Bedeutung der genannten Elemente in Südtirol aufmerksam machen. Rund um den Welttag sind im Vinschgau mehrere Initiativen geplant. Im Bergsteigerdorf Matsch wird es bspw. eine alpingeschichtliche Wanderung mit dem Autor Raimund Rechenmacher geben.

Infos zur Veranstaltung des AVS

Alpingeschichte Matsch
Vom frühen Alpentourismus zum Bergsteigerdorf

Auf einer Wanderung durch das Matscher Tal beleuchtet der Autor der „Alpingeschichte kurz und bündig – Matsch“, Raimund Rechenmacher, dessen Entwicklung von der frühen Besiedelung über die Anfänge des Alpintourismus bis hin zur heutigen Rolle als Bergsteigerdorf.

Datum: Sonntag, 18.10.2026
Treffpunkt: Parkplatz bzw. Bushaltestelle Golgabichl am Dorfeingang von Matsch
Start: 10 Uhr
Ende: ca. 13.30 Uhr
Teilnehmer:innen: min. 5, max. 25 Personen
Reine Gehzeit: 2h 15min
Strecke vom Golgabichl bis zum Glieshof: 7,5km, 250hm; Rückweg zu Fuß oder mit Linie 281 um 15.23 Uhr
Anmeldung: innerhalb Dienstag, 13.10.2026 über kultur@alpenverein.it
Kosten: keine

„Geasch aui, geasch oi, isch jo niana eibn. Do weard man als Bergsteiger geborn und hot a Seelenvrwondschaft
zu die Leit, dia herkemmen.“
Ein älterer Dorfbewohner von Matsch

Zur Publikation:

Die „Alpingeschichte kurz und bündig – Matsch“, verfasst von Raimund Rechenmacher im Auftrag der lokalen Arbeitsgruppe Bergsteigerdorf Matsch und herausgegeben vom Alpenverein Südtirol dokumentiert die Entwicklung des Matscher Tales von der frühen Besiedlung über die Anfänge des Alpintourismus bis hin zur heutigen Rolle als Bergsteigerdorf.

Das Bergsteigerdorf Matsch im Obervinschgau, umgeben von 15 Dreitausendern, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die geografische Lage, das raue Klima und die Abgeschiedenheit prägten die Entwicklung des Tales. Autor Raimund Rechenmacher, erzählt, wie das Matscher Tal von den ersten Alpinisten entdeckt wurde, wie die ersten Begegnungen der Matscher:innen mit den „Hearischen“ aussahen, welche Erstbesteigungen verzeichnet wurden, wer die Matscher Bergführer waren.

Eine zentrale Rolle in der Erschließung und kulturellen Entwicklung spielte der Alpenverein. Die bewegte Hüttengeschichte von der ursprünglichen Karlsbader Hütte, dann Höllerhütte und Rifugio Armando Diaz bis zur AVS-Oberetteshütte wird durch zahlreiche Anekdoten lebendig erzählt. Matsch blieb trotz touristischer Entwicklung authentisch und wurde 2017 als erstes Südtiroler Bergsteigerdorf Teil des internationalen Netzwerks.

Im Büchlein wird neben der Alpingeschichte auch die Dorfgeschichte beleuchtet. Historisch war Matsch Sitz der Edlen von Matsch, später der Grafen Trapp. Das Tal erlebte Armut, Abwanderung, Naturkatastrophen und Brände. Die Option 1939 führte zur Auswanderung vieler Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein langsamer Aufschwung ein, unterstützt durch Infrastrukturmaßnahmen und die Wiederbelebung des Tourismus. Einen Fachbeitrag zu den geologischen Besonderheiten des Tales stellte Landesgeologe Volkmar Mair zur Verfügung.

Die „Alpingeschichte kurz und bündig – Matsch“ wurde mit freundlicher Unterstützung der Marktgemeinde Mals und der Eigenverwaltung bürgerlicher Nutzungsrechte Matsch realisiert.

Die Initiative „Bergsteigerdörfer“ fördert einen umweltverträglichen Tourismus. Das Bergsteigerdorf Matsch setzt auf Nachhaltigkeit, regionale Produkte, kulturelle Identität und viele Möglichkeiten zu Bewegung in den Bergen. Die Alpingeschichte des Tales ist ein Spiegelbild der Herausforderungen und Chancen alpiner Regionen.