ALPINIST Team: Fünf Tage Skihochtouren Abenteuer rund um den Gran Paradiso
Fünf Tage, drei Täler, mehrere Gipfel und unzählige Höhenmeter: Das ALPINIST Team erkundete auf Ski das Gran-Paradiso-Massiv und erlebte zwischen Gletschern, Firn und dem 4061 Meter hohen Gran Paradiso eine Skihochtouren-Durchquerung, die ihrem Namen alle Ehre machte.
Wer will nicht auch einmal im Paradies sein? Wir, das ALPINIST Team, waren da, nämlich auf der italienischen Variante des „Großen Paradieses“, dem Gran Paradiso. Für fünf Tage verschlug es uns für die Skihochtour-Aktion in dieses Gebiet im Aostatal.
Erst eine Woche ist seit der letzten Mixedkletter-Aktion vergangen. Doch der Schnee und das schöne Wetter müssen ausgenutzt werden. Und so hieß es für uns wieder, die Rucksäcke zu packen. Dieses Mal konnten wir jedoch Eisgeräte und Hochtourenschuhe daheimlassen, zum Glück, denn alles, was wir einpackten, würden wir die nächsten Tage mehrere Tausend Höhenmeter herumschleppen müssen.
Der Start der Skidurchquerung: Cogne, 2. April, so gegen Mittag. Mit dabei waren die Bergführer Thomas und Gianluca. Der Schnee war zunächst spärlich, und die Ski stellten sich daher nur als sperriges, unpraktisches Beigepäck heraus (vor allem bei der Stacheldrahtzaun-Überschreitung). Was blieb, war die Flucht nach oben, Richtung Schnee und Kälte. Obwohl, von Kälte konnte in den nächsten Tagen wohl nie die Rede sein, die Sonne würde immer unerbittlich scheinen. Der erste Tag endete jedenfalls noch gipfellos in der Vittoria-Sella-Hütte; gutes Essen, ein gemütlicher Ofen und ein netter Hund erwarteten uns dort.
Der erste Gipfel sollte am nächsten Tag erreicht werden: der Gran Serra auf 3552 Hm. Schnell sind diese Höhenmeter überwunden worden, noch schneller wurden sie abgefahren, um auf das nächste Joch wieder aufzusteigen. Von dort konnte man bereits die Chabod-Hütte sehen; sie lockte mit Nudeln und Handyempfang. Natürlich wurde Letzteres nur für die Tourenplanung und nicht fürs Doomscrollen verwendet!
Der nächste Tag sollte der wortwörtliche Höhepunkt sein: Der Gran Paradiso mit 4061 m Höhe war das Ziel. Wir waren früh dran, durchquerten den Gletscher und überholten viele. Neben uns türmten sich imposante Gletscher-Eismassen auf. Es wurde steiler und technischer. Für den Grat tauschten wir die Skier gegen Steigeisen. Der Wind war stark, umso stärker musste man sich an den klettersteigartig eingerichteten Stahlleitern festhalten, die auf den letzten Metern zum Gipfel angebracht waren. Offene Arme der Madonnenstatue empfingen uns oben. Ganz so lange wollten wir uns dem Wind jedoch nicht aussetzen, also stiegen und fellten wir ab, und los ging die Abfahrt, diesmal ganz ins Tal, ins Valsavarenche. Dort wurde uns der Luxus eines Hotels gegönnt.
Zum Ostersonntag gab es Schoko-Ostereier zum Frühstück. Viel Zeit dafür blieb jedoch nicht: Heute würden wir die Überschreitung ins Nebental wagen und dabei noch einen Gipfel mitnehmen. Südseitig ging es (wortwörtlich, denn die Ski mussten teils getragen werden) zunächst flach über einen Forstweg hinauf. Höhe und Schnee nahmen zu, bis wir einen Gletscher erreichten und ihm folgten. Gefürchtete „Wumm“-Geräusche waren zu hören und machten uns aufmerksam. Weiter ging es hinauf Richtung Gipfel. Für den Vorgipfel wurde eine leichte Kletterpassage überwunden; auch für den Hauptgipfel mussten die Ski auf dem Rucksack verstaut und Steigeisen und Pickel ausgepackt werden. Dann waren wir oben, auf dem Entrelor auf 3430 Hm. Sogar der Osterhase hat sich auf diese Höhe getraut. Dass er aus Schokolade war, wurde ihm leider (für uns zum Glück) zum Verhängnis. Eine lange Abfahrt ins nächste Tal folgte, mit teils gutem und teils mäßigem Schnee. In Rhêmes-Notre-Dame sollte unser nächstes Hotel auf uns warten. Einige von uns freuten sich besonders, denn wir waren etwas invalid unterwegs: vulkanähnliche Blasen an den Fußsohlen, eine als Sonnenschutz zugetapte Nase und eine mittelschwere Erkältung hatten den Aufstieg heute erschwert. Während wir uns erholten, Touren planten und nicht Karten spielen durften (es gab ein „Karten-spielen-Verbot“-Schild), holten unsere Bergführer per Taxi den AVS-Bus.
Der nächste und letzte (Ostermon-)Tag startete mit einem überraschend guten Frühstück und einem langen, flachen Talzustieg. Unser Ziel war der Monte Taou Blanc. Doch sobald wir steil durch den Wald aufstiegen und eifrig Spitzkehren machten, begannen die Zweifel: Die letzten Tage waren sehr warm gewesen, und in der Nacht sorgte die Bewölkung dafür, dass die Wärme nicht abstrahlen konnte. Das Resultat: Nassschneelawinengefahr. Wir entschieden uns umzukehren. Es erwartete uns ohnehin noch eine lange Autofahrt, und zufrieden konnten wir mit den letzten Tagen sowieso sein.
So verließen wir das Gebiet des „Paradieses“ und wurden in Bozen von 27 Grad erwartet, die Dolomiten-Kletterzeit würde also nicht mehr lange auf sich warten lassen.



























































