ALPINIST Team: Mixed klettern in den Westalpen

Auch das ALPINIST Team hat sich diesen Winter in den Couloirs des Mont Blanc du Tacul ausgetobt. Es gibt wieder einen spannenden Bericht dieses Updates zum Mixedklettern in Chamonix

Seit der letzten ALPINIST-Teamaktion in Osttirol ist einige Zeit vergangen, und so wurde es wieder Zeit für uns, Eisgeräte und Ski aus- und in die Rucksäcke einzupacken. Das Thema der Aktion: Mixed-Klettern. Diesmal ging es in die Westalpen, hinauf auf die über 3600 Höhenmeter hoch gelegene Cosmiques-Hütte. Die hohe Lage bot uns gleichzeitig die Gelegenheit, uns langsam auf die abschließende ALPINIST-Expedition vorzubereiten. Denn wir hatten uns (nach langem Hin und Her und einigen privaten Treffen) endlich entschieden: Im Sommer 2027 soll es für uns nach Bolivien gehen. Mit Gipfeln über 6000 Meter bleibt also (wortwörtlich) noch Luft nach oben bei der Vorbereitung auf das Höhenbergsteigen.

Aber zurück zu unserer Mixed-Kletteraktion: Gestartet wurde frühmorgens am Donnerstag, dem 19. März. Planmäßig wollten wir bis Sonntag bleiben, aber wie wir noch sehen werden, verläuft nicht immer alles nach Plan. Wir fuhren also in das französische Alpinisten-Mekka Chamonix. Mit Gletschermaterial an den Gurten, den Skiern in den Händen und der maximalen Anzahl an Wasserflaschen am Rucksack gebunden (auf der Cosmiques-Hütte sollte es kein fließendes Wasser geben) wurden wir in die vollgestopfte Du-Midi-Gondel gedrängt. Mehr als 2500 Höhenmeter später fanden wir uns unter dem Mont-Blanc-Massiv wieder. Es war bereits Mittag, und so nutzten wir den restlichen Tag noch dafür, die Verhältnisse der Couloirs auszuchecken. Später auf der Cosmiques-Hütte wurden wir positiv vom guten Essen überrascht, bevor wir uns bald schlafen legten. 

Der erste richtige Klettertag würde etwas anders verlaufen als geplant: Martin und Samu sind bereits gestartet, um sich das ästhetisch ansprechende Supercouloir vorzunehmen – leider waren bereits zu viele Seilschaften eingestiegen, so wichen sie auf den Gros Rognon aus. Wir Restlichen teilten uns auf unsere Bergführer Magge und Manu auf. Hochmotiviert, bald die Eisgeräte ins Eis schlagen zu können, konnte uns nur noch eines aufhalten: ein kleiner Skiunfall von Manu. Doch auch dieser Zwischenfall hinderte uns nicht daran, eine (wenn auch kürzere) Tour am Gros Rognon einzusteigen. 

Manu ist zwar nicht leicht auszutauschen – trotzdem wurde für Samstag ein Bergführer-Ersatz gefunden. Wir würden dennoch bereits am gleichen Tag (und somit einen Tag früher als geplant) wieder ins Tal fahren – das Wetter am Sonntag schien einfach ungeeignet für weitere Touren. So wurde am Samstag ein zweiter (erfolgreicher) Versuch auf das Supercouloir gestartet, sowie der Gros Rognon und der Mont Blanc du Tacul hinauf-„gemixed“. Nach erfolgreichem Abseilen war es jedoch noch nicht vorbei: Die Skiabfahrt über das „Gletschermeer“ Mer de Glace erwies sich wegen der vielen Befahrungen (die Abfahrt ist weltweit bekannt) als Buckelpiste. Das zusätzliche Gewicht der Rucksäcke machte die Abfahrt außerdem anstrengender, als sie sein sollte, auch wenn uns der wegfallende Wasservorrat wortwörtlich erleichterte. So schlängelten wir uns durch die Schneehuckel und die Gletscherblöcke hinab durch die Moränenlandschaft bis zum Ende des Gletschers direkt zur Seilbahn. Die traurige Wirklichkeit des Rückgangs des Gletschers konnte dort an jährlichen Höhenmarkierungen abgelesen werden – es war erschreckend. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wie lange die Seilbahn noch bequem vom Gletscherende aus erreicht werden kann; für uns war es jedenfalls noch bequem genug. Und so gelangten wir wieder zurück nach Chamonix und von dort aus (nach einer langen Autofahrt mit Pizza-Stopp) in alle Ecken Südtirols. Wir sollten uns aber bereits übernächste Woche zur Skihochtour-Aktion in Aosta wiedersehen.

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