Die Wettkampfanlage bei der Italienmeisterschaft Boulder 2026
Italienmeisterschaft im Boulder: Starker Auftritt des AVS-Teams
Die Vertikale in Brixen wurde am Wochenende zum Zentrum der nationalen Boulder-Szene: 40 Athletinnen und 46 Athleten aus ganz Italien lieferten sich bei der Italienmeisterschaft einen hochklassigen Wettkampf – dabei sieben Südtiroler:innen. Leonie Hofer (AVS Passeier) und Filip Schenk (Fiamme Oro) erreichten das Finale – Hofer wurde 8., Schenk holte Platz 5. Der amtierende Italienmeister Nicolò Santirana konnte sich nicht für das Finale qualifizieren, Giorgia Tesio konnte ihren Italienmeistertitel hingegen verteidigen.
Die Boulderprobleme waren technisch anspruchsvoll und kreativ geschraubt – Chef-Routenbauer war Stefan Scarperi. In der Qualifikation waren 5 Boulder in vier Minuten zu klettern, im Halbfinale und Finale jeweils 4. Aus allen Regionen Italiens waren die stärksten Athleten angetreten; die amtierenden Italienmeister Giorgia Tesio und Nicolò Sartirana waren auch dabei – wobei sich Nicolò Sartirana als 9. knapp nicht für das Finale qualifizeren konnte. Aus Südtirol waren der amtierende Lead-Italienmeister Filip Schenk, Johannes Egger, Emma Benazzi, Leonie Hofer, Matilda Liù Moar und Bettina Dorfmann am Start – sie haben schon Erfahrungen bei Italienmeisterschaften gesammelt. Zum ersten Mal dabei war Pier Giulio Paglierani.
Die Qualifikation
Die Italienmeisterschaft wurde vom Gesamtstaatlichen Kletterverband FASI organisiert und vom AVS unterstützt. Am Samstag fanden die Qualifikationen statt – schon hier zeigten die Südtiroler Athlet:innen, was sie draufhaben. Etwa 500 Zuschauer fieberten mit, als sich Leonie Hofer, Matilda Liù Moar, Emma Benazzi und Filip Schenk am Samstag für das Halbfinale qualifizierten. Für Bettina Dorfmann, Johannes Egger und Piergiulio Paglierani war die Italienmeisterschaft am Samstag zu Ende. Sehr spannend war der Wettkampftag bei den Männern: Filip Schenk hatte eine hohe Startnummer – die 137. In den letzten Jahren hatte er sich vor allem auf die Disziplin Lead konzentriert; bei der Qualifikation rollte er beim Boulder das Feld von hinten her auf und zeigte eine starke Leistung. Er landete in der Qualifikation auf Platz 7 – vor dem amtierenden Italienmeister Nicoló Sartirana.
Halbfinale und Finale
Am frühen Sonntag Nachmittag stieg die Spannung. Viele Zuschauer waren nach Brixen gekommen, um die Besten der Besten zu sehen und anzufeuern. Beide Wettkämpfe zeigten spannende Bewerbe. Hart gekämpft bis zum Schluss hat Emma Benazzi: „Ich bin am Samstag motiviert in die Quali gegangen. Die Boulder waren cool, aber schwer. Beim vorletzten Boulder, beim letzten Versuch, habe ich mir bei einem Hook den Oberschenkel gezerrt. Also war einreiben und massieren angesagt, um am Sonntag ins Halbfinale starten zu können. Dort waren sie Schmerzen dann erträglich, aber ich konnte nicht alles geben, auch aus Angst mich noch mehr zu verletzen. Der Wettkampf allgemein hat mir gut gefallen, ich war zwar aufgeregt aber ich habe versucht alles zu geben. Ich bin trotzdem zufrieden, weil ich trotz Verletzung versucht habe, zu kämpfen“, sagte sie. Sie landete auf Rang 21. Einen Rang in den Top Ten hat sich Matilda Liù Moar erklettert: Sie erreichte Gesamtrang 10, verpasste damit aber das Finale der besten acht. „Es war richtig cool, vor Heimpublikum zu klettern. Es ist natürlich auch aufregend, bekannte Gesichter im Publikum zu sehen. Ich hatte aber Spaß und ich bin zufrieden“, sagte sie. Die Achtbeste in Italien ist nun Leonie Hofer. „Ich hätte mir im Finale etwas mehr erhofft. Ich nehme mir nun Erfahrungen mit und Dinge, an denen ich arbeiten kann“, sagte sie später. Eine tolle Leistung konnte Filip Schenk auf die Boulderwand zaubern: Er kämpfte bis zuletzt und erreichte Rang 5. „Bei den ersten drei Bouldern habe ich letztlich zuviele Versuche gehabt. Der letzte war schwer, aber ich habe mich gut gefühlt. Ich bin zufrieden, vor allem, weil ich in den letzten Jahren eigentlich nur noch Seil geklettert bin. In Brixen bin ich daheim, heute waren meine Freundin und meine Eltern und viele Bekannte hier“, sagte er nach dem Wettkampf.
Iso-Zone und Besichtigung
Vor dem Start steigen Konzentration und Nervosität aufs Maximum: Die Athlet:innen ziehen sich ca. eine Stunde lang in die Iso-Zone zurück – nur sie und die Trainer haben hier Zugang, Handys müssen draußen bleiben. Hier wärmen sich die Athleten für den Wettbewerb auf und bringen sich auch mental in die richtige Verfassung. „Monatelang haben wir uns auf diesen Wettkampf vorbereitet, es ist der wichtigste auf staatlicher Ebene einer jeden Saison. Athletisch sind alle fit, bei diesem Wettkampf braucht es viel Glück, aber auch psychische Stärke“, sagt Trainer Hannes Mantinger. Gemeinsam mit Morris Fontanari hat er die Südtiroler Athleten auf dieses Event vorbereitet. Sobald die Athleten aus der Iso-Zone kommen, werden sie vorgestellt – rigoros mit dem Rücken Richtung Boulderwand. Kein Blick zuviel ist erlaubt – niemand soll sich einen Vorteil verschaffen. 5 Minuten lang dürfen die Athlet:innen die Boulder besichtigen, angefasst werden darf nur der erste Griff. Die Schiedsrichter achten sehr genau darauf, dass diese Regeln eingehalten werden.
Fazit des AVS
Aus Sicht des AVS verlief der Wettkampf überaus positiv: In der Halle herrschte Hochspannung bis zuletzt, viele Fans aus allen Regionen waren angereist, um die Athlet:innen anzufeuern. Das AVS-Team konnte neben bemerkenswerten Ergebnissen wertvolle Erfahrungen sammeln und wichtige Impulse für die weitere Saison mitnehmen. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Südtiroler Nachwuchs im Vergleich auf nationaler Ebene mithalten kann, sich aber ungeachtet dessen weiterhin kontinuierlich weiterentwickeln muss, damit dieser Trend beibehalten werden kann. Diese Sportart unterliegt einer kontinuierlichen Entwicklung, was die Boulder-Kletterprobleme, welche den Sportlern gestellt werden, bestätigen.“, sagt Klaus Kofler, Leiter des AVS-Referats Sportklettern und Präsident des FASI-Komitees Südtirol.
Gefördert wird der AVS-Landeskader vom Land Südtirol, von Raiffeisen, Salewa, TIROLER VERSICHERUNG und Alperia.






















