ALPINIST: Skitouren und Eisklettern in der Türkei
Mit schweren Rucksäcken, Skiern am Gepäck und einer ordentlichen Portion Motivation starteten die 5 Alpinist:innen am 14. Februar in ihren wohlverdienten – nennen wir es mal „Entspannungsurlaub“. Mit dabei: Samu, Felix, Martin, Franzi und Benedikt, unterstützt von den Bergführern Magge und Manu. Dass das keine gewöhnliche Reise wird, war schon beim Packen klar – Eispickel, Skischuhe und jede Menge Vorfreude inklusive.
Nach einem Flug mit Umstieg und einer fünfstündigen Autofahrt erreichten wir spätabends unser Ziel. Yalalar, irgendwo tief im wilden Kaçkar-Gebirge. Müde, aber zufrieden, fielen wir fast direkt ins Bett. Ein kurzer Pflichtstopp beim Dönerladen durfte natürlich trotzdem nicht fehlen. Unsere Unterkunft war eine kleine, gemütliche Pension mitten in den Bergen, genau das richtige Basecamp für das, was kommen sollte.
Am nächsten Morgen ging’s direkt los. Erste Skitour, Lage checken, Gelände kennenlernen. Ohne offiziellen Lawinenwarndienst hieß es volle Eigenverantwortung. Also lieber defensiv starten und sich rantasten. Das Wetter? Traumhaft. Blauer Himmel, perfekte Hänge und Abfahrten, die einfach nur Spaß machten. Die Sonne meinte es fast ein bisschen zu gut mit uns und am Abend saßen wir dann mit leuchtend roten Gesichtern am Esstisch.
Auch kulinarisch wurden wir verwöhnt. Der Besitzer der Pension kochte jeden Abend lokale Spezialitäten. Und als wäre das nicht genug, begleitete uns sein Hund Bobby jeden Tag treu auf unseren Touren. Das achte Teammitglied auf vier Pfoten.
Nach drei Tagen im Schnee wechselten wir das Terrain und machten uns auf den Weg nach Uzundere. Ziel: Eisfälle klettern. Untergebracht in kleinen, aber modernen Holzhütten eines Campingplatzes, starteten wir hoch Richtung Güllü Tepe. Mit Drohne und Fernglas verschafften wir uns einen Überblick, allerdings zeigte sich schnell: Der Winter hatte dieses Jahr andere Pläne. Bei ungewöhnlich warmen Temperaturen (teilweise bis zu 15 Grad im Tal) waren viele Eisfälle schlicht nicht mehr vorhanden. Also hieß es improvisieren. Am ersten Tag teilte sich die Gruppe auf: Eine ging Richtung Nakavt, die andere zum Cataltas. Unsere Seilschaft (Franzi, Bene, Felix und Mark) kämpfte sich durch sechs Seillängen – viel Stapfen, wenig Eis, aber eine richtig coole Eislänge war definitiv dabei. Am zweiten Tag wurde weiter getüftelt und geklettert. Manu, Felix, Samu und Martin hatten Hammer und Nägel mit dabei und suchten den Nervenkitzel im Mixed-Gelände. Zwei Einheimische namens Ismael und Yusuf haben uns auf unseren Abenteuern stets begleitet.
Und dann kam Tag drei. Spinndrift, schwierige Bedingungen und plötzlich ein Moment, den wohl keiner so schnell vergisst. Nur wenige Meter neben uns rutschte ein Bär am Grat mit einer kleinen Lawine ab und fiel die gesamte Rinne hinunter. Ein paar verdutzte Sekunden, laute Rufe und das Tier verschwand einfach wieder, als wäre nichts gewesen. Surreal trifft es ganz gut.
Nach drei aufregenden Tagen im Eis machten wir uns schließlich auf den Weg Richtung Erzurum. Unterwegs ein letzter Stopp an einem weiteren Eisfall. Der Eisfall Luzifer stand auf dem Plan, aber die Bedingungen waren sehr schlecht. Also weiter in die Stadt, ein bisschen erkunden, Döner essen und endlich wieder ein kühles Bier.
Fazit? Ziemlich einfach: Es war verdammt cool. Nicht alles lief nach Plan, aber genau das macht solche Trips aus. Viel erlebt, viel gelacht und auch ordentlich Blödsinn geredet. Genau so soll’s sein.
Text: Franziska Gafriller






























