Landesleitung Büro Alpenverein Südtirol © Oskar DaRiz I AVS

Das Bergsteigen in all seinen Spielformen ist Ihre Leidenschaft? Sie stehen für Natur- und Umweltschutz und interessieren sich für alpine Infrastrukturen? Sie reizt die Geschäftsführung eines großen Südtiroler Verbandes, der mit seinen 3.000 Ehrenamtlichen und über 74.000 Mitgliedern weltweit zu den größten Interessensvertretern des Bergsports zählt?
Dann sind Sie bei uns richtig!

Landesgeschäftsstelle AVS in Bozen

Zur Koordinierung des Gesamtvereins und zur Führung der Landesgeschäftsstelle in Bozen als operatives Zentrum für die Umsetzung der Vereinsziele suchen wir eine:n Geschäftsführer:in.

Ihre Aufgaben

  • Vereinsstrategie
    Unterstützung der AVS-Gremien zur Entwicklung der Vereinsziele und Festlegung strategischer Maßnahmen; Überprüfung der Zielerreichung in Zusammenarbeit mit den Gremien; Steuerung und Überwachung strategischer bereichsübergeordneter Projekte;
  • Vereinsführung
    Koordination und Entwicklung der Führungsinstrumente (Leitbild, Satzung, Geschäftsordnung, Richtlinien Referate usw.)
  • Finanzen
    Beschaffung, Steuerung, Überwachung und Controlling der Vereinsfinanzen, des genehmigten Vereinsbudgets (Mitgliedsbeiträge, öffentliche Beiträge, Serviceleistungen, Sponsoring) und der Vereinsliegenschaften;
  • Rechtswesen
    Koordination der rechtlichen Anliegen rund um die Vereinsführung, Versicherungswesen, Haftung, Liegenschaften usw.;
  • Repräsentation
    Vertretung und Netzwerkpflege des AVS im internationalen Netzwerk der Alpenvereine und der relevanten Organisationen, Institutionen und Unternehmen im Auftrag der Gremien;
  • Mitarbeiterführung
    Planung, Entwicklung und Führung des hauptamtlichen Teams, eingebunden im Kontext der ehrenamtlichen Vereinsführung;
  • Serviceleistungen
    Unterstützung der Sektionen in allgemeinen Vereinsbelangen und der Referate bei bereichsspezifischen Themen, Koordination der Serviceleistungen an Sektionen und Mitglieder; Koordination der Infrastruktur der Landesgeschäftsstelle; Koordination der Marketingaktivitäten;

Sie bringen mit:

  • Hochschulabschluss und/oder mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Betriebsführung und Organisation;
  • Mehrjährige Erfahrung in der Mitarbeiterführung;
  • Betriebswirtschaftliche Fachkenntnisse und rechtliche Grundkenntnisse;
  • Bergsportliche Fachkompetenz und Erfahrung;
  • Identifikation mit den Vereinszielen und -werten;
  • Leidenschaft für Bergsport, Natur- und Umweltschutz und den Vereinszielen;
  • Teamgeist und soziale Kompetenz;
  • Verhandlungsgeschick und Mediationsfähigkeit;
  • Deutsche oder ladinische Muttersprache und einwandfreie Kommunikation im Südtiroler Dialekt, gutes Italienisch und Englisch in Wort und Schrift;
  • IT-Grundkenntnisse (Office-Paket, Internet);
  • Ausbildung im Vereinsmanagement, vereinsrechtliches Fachwissen und Erfahrung im Ehrenamt von Vorteil;

Wir bieten:

  • Leitendes Angestelltenverhältnis laut Kollektivvertrag für den Tertiärsektor, Handel und Dienstleistung;
  • Gestaltungsmöglichkeiten im vereinsnahen gesellschaftlichen Umfeld;
  • Verantwortungsvolle Einflussnahme in den Bereichen Berge, Natur- und Umweltschutz, alpine Ausbildung und Sicherheit, Sportklettern, Jugend, Familie und Senioren, Kultur, Wege und Hütten, mit gesellschaftlicher Relevanz;
  • Zusammenarbeit mit einem dynamischen und bergbegeisterten Team;

Arbeitsbeginn: zum nächstmöglichen Zeitpunkt;
Arbeitsort: Landesgeschäftsstelle Bozen;

Auswahl der Bewerber:innen:

Das Auswahlverfahren besteht aus einer Vorauswahl aufgrund der Bewerbungsunterlagen. Ausgewählte Kandidatinnen und Kandidaten werden zu strukturierten Interviews eingeladen. Diese finden ab Mitte November statt.

So können Sie sich bewerben:

Bitte senden Sie uns einen aktuellen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und die wichtigsten Aus- und Weiterbildungsnachweise bzw. Referenzen bis spätestens 31.10.2022. Bewerbungen werden ausschließlich über bewerbung@alpenverein.it angenommen.

Für Fragen wenden Sie sich an:
Isabel Vescia
T +39 0471 978141

Nach 38 Dienstjahren tritt AVS-Geschäftsführer Gislar Sulzenbacher in naher Zukunft seine Pension an. Es beginnt die Nachfolgesuche.

Wir suchen einen Generalisten …
… und keinen General.

Gislar Sulzenbacher
Interview mit Marika Borsetto und ­Rebecca Fill Giordano, die den ­Prozess der Geschäftsführer-Nach­folge und die vereinsinterne Arbeitsgruppe fachlich begleiten

Gislar, wie funktioniert Südtirols größter Verein?

Die Grundlage ist die Motivation von über 3.000 Ehrenamtlichen, die sich mit dem Thema Bergsteigen identifizieren, dabei Gleichgesinnte mit ins Boot holen und sich in verschiedenen Bereichen einbringen. Der Geschäftsführer kümmert sich mit seinem Team um die Verwaltung und ist in den gesam­ten inhaltlichen Bereich des AVS involviert.
Der Hauptbereich ist dabei natürlich das Bergsteigen in all seinen Spielformen: vom Skitourengehen bis zum Sportklettern, vom Mountainbiking bis zum Wandern. Zudem kümmern wir uns um Schutzhütten, Wege und Kletterhallen. Wichtiges Thema ist aber auch die zunehmende Belastung des alpinen Raumes: Dem AVS geht es um die Vermittlung von Werten und um die Vertretung klarer Positionen als „Anwalt der Natur“.

Wie ist der AVS organisiert?

Die 74.000 Mitglieder sind in 35 eigenständige Sektionen eingebunden, die mit dem Bergrettungsdienst unsere Mitgliedsvereine bilden. Die Hauptversammlung als höchstes Gremium und die Landesleitung sind dafür zuständig, Serviceleistungen und die institutionellen Ziele auf zentraler Ebene zu gestalten. Dies läuft alles auf ehrenamtlicher Ebene und wird von der Landes­geschäftsstelle mit derzeit 20 hauptamtlichen Mitarbeiter:innen koordiniert und unterstützt.

Was unterscheidet den AVS von ­anderen Arbeitgebern?

Der AVS ist ein ehrenamtlich geführter Verein und mit einer von einem Inhaber geführten Firma nicht vergleichbar. Da wir nicht auf Gewinn ausgerichtet sind, spielen bei uns Werte eine Rolle. Als Geschäftsführer geht es mir um Gemeinschaft, Fachkompetenz und Sachlichkeit. Mein Selbstverständnis ist es, dass der AVS nach außen hin durch die Ehrenamtlichen wahrgenommen wird. Insofern steht für mich das „Wir“ und nicht das „Ich“ im Vordergrund.

„Der AVS ist keine Firma“, sagst du. Wie werden Entscheidungen ­getroffen?

Konsensorientiert. Weder als Geschäftsführer noch als Landesleitungsmitglied darf der AVS als „Ich-AG“ ­betrachtet werden. Wir haben viele Mitglieder, viele Meinungen und starke Charaktere. Bergsteiger sind oft Indivi­dualisten. Die Kunst ist es, einen gemeinsamen Nenner zu finden. ­Dabei lautet die grundsätzliche Frage immer: Welches Ziel ist für den gesamten Verein wichtig?

Wie finanziert sich der AVS?

Die Mitgliedsbeiträge decken über 70 Prozent der Einnahmen. Dazu kommen die individuellen Dienstleistungen an Mitglieder und Sektionen, wie Ausbildungskurse. Für Dienste im öffent­lichen Interesse, z. B. für Schutzhütten, Wanderwege, Jugendarbeit und Sensibilisierungsmaßnahmen für Natur und Umwelt, erhalten wir öffentliche Beiträge.

Was muss die ideale AVS-­Geschäfts­führung mitbringen?

Als Geschäftsführer ist man Generalist, der neue Herausforderungen erkennt und diese gut kommuniziert. Man muss sich zurücknehmen können, um zwischen verschiedenen Interessen abzuwägen und sich auf die wesentlichen Herausforderungen und Ziele zu fokussieren. Grundlegend sind Planung sowie analytisches Denken. Erfahrung im alpinen Bereich ist ebenfalls wichtig, wobei der Generalist mit dem Einblick in alle alpinen Spielformen im Vorteil ist. Nur ein Spezialist im rechtlichen oder wirtschaftlichen Bereich zu sein, wäre nicht ideal.

Muss ein Geschäftsführer alles im Griff haben?

„Alles im Griff zu haben“ ist unmöglich (lacht). In der Bandbreite unserer Tätigkeit und im Spannungsfeld zwischen den Sektionen und dem Gesamtverein ist es schwierig, allen Erwartungs­haltungen zu entsprechen.

Wie läuft der Bewerbungsprozess ab?

Die Stelle wird im September ausgeschrieben. Interessierte finden ­Details dazu auf der AVS-Webseite. Im November sollen die Bewerbungs­gespräche beginnen. Die Auswahl ­sollte im Jänner/Februar erfolgen.